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Eschborn
CDU-Fraktionschef fühlt sich in Niederhöchstadt wohl
21.01.2012 - Gemeinde/ Stadt
CDU-Fraktionschef fühlt sich in Niederhöchstadt wohl
"Hier gefällt‘s mir, hier will ich nicht weg"

Die Union in der Stadtverordnetenversammlung hat einen neuen Vorsitzenden. Frank Haas – über Coburg, Essen und Bayreuth ins Rhein-Main-Gebiet gekommen – reicht den anderen Parteien die Hand.

Eschborn.Frank Haas in seinem Büro an der Rheinstraße in Niederhöchstadt. Hier leitet er eine Rechtsanwalts- und Steuerberatungskanzlei. Foto: KnappFrank Haas in seinem Büro an der Rheinstraße in Niederhöchstadt. Hier leitet er eine Rechtsanwalts- und Steuerberatungskanzlei. Foto: KnappFrank Haas ist kein Mann, dem man alles aus der Nase ziehen muss. Er ist offen, redselig und bevorzugt klare Worte. Vielleicht ist dies der markante Unterschied zu Peter Pohlen, der die CDU-Fraktion bis März 2011 geführt und meist mit sehr viel Bedacht gesprochen hatte. Er sei "etwas weniger ruhig" sowie "etwas direkter" und "angriffslustiger" in seinen Formulierungen als Pohlen, sagt Haas, attestiert seinem Vor-Vorgänger aber "eine sehr erfolgreiche Arbeit".

Haas wird nun also die Rolle des CDU-Fraktionsvorsitzenden zuteil. Er erbte das Amt nun ganz offiziell von Pohlen-Nachfolger und Kurzzeit-Fraktionschef Christian Gerhardt, der im November sein Mandat niedergelegt hatte. Gerhardt stolperte über die Briefkasten- und Scheinwohnsitzaffäre (wir berichteten). Die 14-köpfige CDU-Fraktion wählte Haas am Dienstagabend ohne Gegenstimme zu ihrem neuen Chef.

Vorne zu stehen, das ist der 47 Jahre alte Rechtsanwalt und Steuerberater gewohnt. Haas leitet in Niederhöchstadt eine 15-köpfige Kanzlei, die nur einen Katzensprung von seinem Wohnhaus entfernt liegt. Führungsaufgaben sind ihm also schon von Berufswegen her vertraut. Und auch zu Hause hat er viele Menschen um sich: Haas ist verheiratet und hat drei Kinder im Alter von 16, 13 und 8 Jahren.

"Die Stadt wird älter"

Obwohl er kein Alteingesessener aus Eschborn oder Niederhöchstadt ist, verraten seine Worte regelrechten Lokalpatriotismus. "Mir gefällt‘s hier so gut, hier will ich gar nicht mehr weg", erzählt er dem Kreisblatt. Umzüge hat Frank Haas aber auch schon eine ganze Menge hinter sich. Er ist in Essen geboren, im oberfränkischen Coburg aufgewachsen, kehrte für eine Banklehre ins Ruhrgebiet zurück und absolvierte seinen Wehrdienst. Seine Studienstationen waren Konstanz und Bayreuth. Als seine Frau eine Anstellung in einem großen Schwalbacher Unternehmen fand, folgte 1996 der Umzug in den Main-Taunus-Kreis. Kaum in Eschborn angekommen, gab es erste Kontakte zur CDU, die nach Haas‘ Worten "am ehesten meinen Werte-Vorstellungen entspricht". Er trat 2001 erstmals bei der Kommunalwahl an und ist seither in die Ortspolitik integriert.

Als die drei wichtigsten politischen Projekte bezeichnet er den Neubau Stadthalle/Rathaus sowie den geplanten Bau der beiden Seniorenzentren. "Wir sind eine Stadt, die anfängt, älter zu werden", gibt der Christdemokrat zu bedenken. Es sei richtig gewesen, in den vergangenen Jahren viel für Familien zu machen und zum Beispiel die Betreuung für Kinder auszuweiten. Aber nun müsse ebenso etwas für Ältere und Senioren getan werden.

Haas reicht "allen Fraktionen die Hand zu einer sachbezogenen Zusammenarbeit". Wie das aussehen könnte ? Ein runder Tisch mit allen Fraktionschefs kommt in Frage. Haas: "Da könnte man sich mal austauschen." Einen solchen runden Tisch erwägt auch Bürgermeister Wilhelm Speckhardt (CDU), um das Arbeitsklima zu verbessern.

Haas merkt an, dass er Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses bleiben werde. Er denkt nicht daran, den Posten aufzugeben, um freier auftrumpfen zu können.ask (ask)

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