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Die JU stellt 5 von 14 Stadtverordneten der CDU-Fraktion – Was bedeutet das?
23.12.2011 - Gemeinde/ Stadt
Die JU stellt 5 von 14 Stadtverordneten der CDU-Fraktion – Was bedeutet das?
Die Jungen bekommen mehr Gewicht

Die Union steckt im Umbruch. Sie hat ihren Fraktionsvorsitzenden Christian Gerhardt verloren, ebenso durch Rücktritt ihren Stadtverordnetenvorsteher Horst-Günter Döll. Das könnte die Stunde des Nachwuchses werden, der trotz des Abgangs der Galionsfigur Gerhardt sehr gut vertreten ist im Parlament.

Eschborn.Frederic SchneiderFrederic SchneiderJU, JU, JU, JU, JU. Wer mit dem Finger über die Namensliste der CDU-Stadtverordnetenfraktion fährt, stößt ein ums andere Mal auf die Junge Union (JU). Um genau zu sein: Gleich fünf Mitglieder gehören der Nachwuchsorganisation an. Das sind Axel Fritsch, Christian und Christine Herkströter, Markus von Sternheim sowie JU-Chef Frederic Schneider. Das ist eine beachtliche Zahl, zumal es Orte in der Region gibt, in denen die CDU-Verbände gar keine JU-Gruppen haben. In Eschborn sind es zudem nicht nur Marionetten, die am Katzentisch Platz nehmen und nichts mitbestimmen dürfen. Die fünf jungen Leute tragen Verantwortung. Sie mischen mit in einer Stadt, die reich ist und Gestaltungsmöglichkeiten bietet.

 

"Sich neu erfinden"

Frederic Schneider und seine Mitstreiter haben also allen Grund dazu, selbstbewusst aufzutreten. "Ich verspreche mir von jungen CDU-Mitgliedern mehr Gewicht für junge Ideen", erläutert der JU-Boss auf Kreisblatt-Anfrage. "Das bedeutet ganz konkret, dass Themen wie zeitgemäße IT-Breitbandverbindungen oder ein neues Jugendzentrum mit einer Neukonzeption der Jugendarbeit mehr Gewicht innerhalb der Eschborner Kommunalpolitik gewinnen." Eine Arbeitsgruppe der Jungen Union beschäftige sich derzeit unter anderem mit dem Jugendzentrum, das an der Heinrich-von-Kleist-Schule errichtet werden solle. Schneider weiter: "Ich bin mir sicher, dass die von uns erarbeiteten Konzepte noch mehr in die praktische Politik einfließen werden. Eine Volkspartei wie die CDU braucht zudem immer wieder junge Gesichter, um sich stets neu zu erfinden."

Christine HerkströterChristine HerkströterDa schmerzt ein Abgang wie der von Christian Gerhardt, der aus der JU kam und im Frühjahr dieses Jahres sogar Fraktionsvorsitzender wurde. Doch Gerhardt verhedderte sich in der Scheinwohnsitz- und Briefkastenaffäre und trat schließlich vor wenigen Wochen zurück. Schneider fügt an: "Susanne Fritsch ist altersbedingt vor wenigen Wochen aus der JU geschieden, aber wir sehen sie weiterhin als eine von uns."

Der Wille der "jungen Wilden" ist spürbar, von ihren Einflussmöglichkeiten Gebrauch zu werden. Die nächsten Jahre bieten nach Schneiders Worten "sicherlich auch für die Junge Union eine große, womöglich lange nicht mehr dagewesene Chance, noch mehr inhaltliche Schwerpunkte im Sinne junger Menschen zu setzen". Schneider will aber dem Eindruck vorbeugen, dass die Standpunkte der JU bislang nicht gefragt waren. Dies trifft nach seiner Darstellung nicht zu: "Wir konnten uns, und das gehört zur Wahrheit, bislang nie beschweren." Bürgermeister Wilhelm Speckhardt (CDU) und Peter Pohlen als damaliger Fraktionsvorsitzender "hatten schon bisher ein offenes Ohr für unsere Ideen". Ein Beispiel? "Die Grillhütte mit Grillplatz."

Berühmter Vorgänger

Axel FritschAxel FritschDer für Eschborn und Niederhöchstadt zuständige SPD-Ortsverein hat eine Juso-Gruppe. Aber sonst steht es um politische Nachwuchsgruppen am Westerbach nicht sehr gut. Schneider: "Grüne Jugend und JuLis sind als Kreisverband und nicht auch als Stadtverband organisiert. Wir hatten jedoch schon vor der gemeinsamen Koalition ein gutes Verhältnis zu meiner Stadtverordnetenkollegin Eva Reckhard, die Kreisvorsitzende der Grünen Jugend im MTK ist. In der Vergangenheit habe ich zudem bei einer Aktion mit den JuLis zusammengearbeitet."

Roland Koch, später Landesvater, als JU-Aktivist.	Fotos: ArchivRoland Koch, später Landesvater, als JU-Aktivist. Fotos: ArchivCDU (14 Sitze) und Grüne (6) bilden seit dem Frühjahr 2011 eine Koalition in Eschborn. Die FDP rutschte aus der Regierung raus. Das Klima zwischen der CDU auf der einen sowie SPD, FWE und Linken ist nach wie vor vergiftetet. Erst recht nach der Scheinwohnsitz- und Briefkastenaffäre sowie der jüngsten Stadtverordnetensitzung; auch das Verhältnis der Union zum alten Partner FDP hat merklich gelitten. Ob es den Jungen gelingt, gegenzusteuern und zu einer Verbesserung beizutragen? Davon ist gegenwärtig nichts zu spüren. Ob die Nachwuchs-Stadtverordneten auch mittel- und langfristig die andauernden Possen und Gemeinheiten der Altgedienten mittragen?

In der JU kann jeder Mitglied werden, der zwischen 14 und 35 Jahren ist. Berühmtester Sprössling der Eschborner Nachwuchsschmiede ist nach wie vor Roland Koch. Er brachte es zum Ministerpräsidenten.ask (ask)

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