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Jammern gilt nicht
14.01.2012 - Gemeinde/ Stadt
Jammern gilt nicht

Der Bürgermeister fordert Mut zu Veränderungen und wünscht sich mehr Stolz auf das, was Eschborn bietet und leistet

Gestern Abend hat sich erneut gezeigt, dass der städtische Neujahrsempfang ein Publikumsmagnet ist: Mehr als 600 Besucher zog es ins Rathaus.

Eschborn.Wilhelm Speckhardt.Wilhelm Speckhardt."Hallo, hier sind wir!" Gegen halb acht schreitet Bürgermeister Wilhelm Speckhardt (CDU) ans Rednerpult und ruft ins Mikrofon, um sich Gehör zu verschaffen. Gar nicht so einfach, wenn einem mehr als 600 Besucher gegenüberstehen, die am Plauschen und Schnattern sind. Auf einer kleinen Bühne im prall gefüllten, warmen Sitzungssaal redet der Rathaus-Chef 20 Minuten und 32 Sekunden tapfer gegen das Stimmengewirr derer an, die im Foyer nicht an seinen Lippen kleben.

Speckhardts Botschaft des gestrigen Freitagabends lautet: Jammern gilt nicht. Er hat seine liebe Not mit dem weit verbreiteten Wehklagen und fordert: "Dagegen müssen wir uns wehren." Er wünscht sich "Mut zu Veränderungen", um "Stillstand zu vermeiden". Der Bürgermeister sagt es nicht explizit, aber der unhörbar kritische Zungenschlag richtet sich vermutlich gegen Teile der politischen Opposition und Bedenkenträger, die großen Bauvorhaben skeptisch gegenüberstehen. Andere Meinungen sollen aber nicht unterdrückt werden. Im Gegenteil. Deswegen verweist Speckhardt, der einzige Redner des städtischen Neujahrsempfangs, auf die Reihe "Bürgerdialog": Die Veranstaltungen und eine Internetplattform sollen es gewährleisten, "die Menschen in die meinungsbildenden Prozesse einzubeziehen".

Charmanter Service: die Zwillinge Shary (r.) und Shamim.Charmanter Service: die Zwillinge Shary (r.) und Shamim.Speckhardt plädiert für mehr Optimismus: "Ich will die derzeitige Situation nicht verharmlosen, aber eines steht trotzdem fest: Uns geht es richtig gut, und Gejammer ist nicht angebracht." An dieser Stelle brandet Beifall auf. Speckhardt erscheint "das lautstarke Beklagen von angeblichen Missständen, scheinbar falsch gesetzten Prioritäten, einer Vernachlässigung sozialer Aspekte und anderen Forderungen, wie es im vergangenen Jahr in Eschborn ab und an zu vernehmen war, ein Jammern auf extrem hohem Niveau zu sein".

Stadtverordnetenvorsteherin Jutta Rümann-Heller herzt ihren Vorgänger Horst-Günter Döll (kleines Foto). Links neben ihr steht ihr Lebensgefährte Philipp Zimmer.Stadtverordnetenvorsteherin Jutta Rümann-Heller herzt ihren Vorgänger Horst-Günter Döll (kleines Foto). Links neben ihr steht ihr Lebensgefährte Philipp Zimmer.Mit Blick aufs finanziell sehr gut gestellte Eschborn betont Speckhardt: "Wenn Sie mit mir zurückschauen auf das Erreichte – und dies offen und nicht parteipolitisch tun – müssen Sie viel Positives erkennen, um das uns andere kleine Städte sehr beneiden." Er nennt unter anderem die gut ausgebaute Kinderbetreuung, die Erweiterung der Skulpturenachse und den Ausbau der Westerbach-Sportanlage in Niederhöchstadt. Speckhardt: "Wir können deshalb auf das, was wir erreicht haben, sehr stolz sein."ask (ask)

 

 

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