02.02.2012 - Gemeinde/ Stadt
Bürgermeister fährt auf realistischer Kostenschiene
Die Kostenprüfung des Rathausvorhabens Neubau Stadthalle und Rathaus durch ein unabhängiges
Fachbüro, in dem Fall Hanskarl Protzmann, „Proprojekt – Planungsmanagement & Projektberatung“, Frankfurt/Main, hat in Detail und Überblick ergeben, dass Bürgermeister Wilhelm Speckhardt mit seiner Absicht, die Kosten dieser zwei Neubauten bei 75 Millionen zu „deckeln“, absolut realistisch liegt: „Proprojekt“ kommt bei der Vorstellung seiner Überprüfung mit Veränderungsvorschlägen (Einsparmöglichkeiten) hin zu den strikten Rathausvorgaben an den siegreichen Architekten im Wettbewerb zu dem Ergebnis, die Gesamtkosten zwischen 68 bis 73 Millionen Euro festzuschreiben. Die Summe der Einsparpotentiale bisher, „ohne dass die Qualität leidet“ (Protzmann), liegt gemäß
dieser Kostenprüfung zunächst bei insgesamt 13.2 Millionen Euro.
Speckhardt: 70 Millionen
Nachdem die Kosten für Neubau bei einer Bruttogeschossfläche (BGF) von 17.695 Quadratmeter
(qm) von rund 86,4 Millionen Euro zunächst im Raum standen (2010), macht die Reduzierung
nach aktueller Kostenprüfung jetzt Gesamtkosten von 73,2 Millionen realistischer.
Aber auch dieser Betrag ist nach Einschätzung von Speckhardt und Protzmann noch durchaus
realistisch zu senken.
Nach der Vorstellung von Vergleichen und Einsparmöglichkeiten hält der Bürgermeister es
jetzt absolut für erreichbar, beide Neubauten bis zur Schlüsselübergabe für insgesamt ca. 70 Millionen
Euro zu erstellen.
Ebert: Überzeugung und Versachlichung
Speckhardt wie Protzmann gewannen für das Ergebnis der Kostenprüfung wie die Vorstellung des Projekts mit Einsparungen auch die Unterstützung des neuen Stadtrats Thomas Ebert, Bündnis 90/Die Grünen, der an dieser Präsentation für die Presse teilnahm: „Das neue Konzept überzeugt uns. Es wird zur Objektivierung der Diskussion beitragen. Ich glaube, dass jetzt die realistischen Zahlen für das Projekt vorliegen.
Wir von Bündnis 90/Die Grünen wollten immer eine Reduzierung der Kosten und sind stets dafür, dass es eine neue Stadthalle geben soll. Wir hoffen, dass sich aufgrund dieser Kostenprüfung
die Diskussion um das Projekt jetzt weiter versachlichen wird,“ drückte Stadtrat Ebert seine Zustimmung aus.
Neubau-Empfehlung
„Proprojekt“ kommt nach einer tüchtigen Kostenprüfung über rund 40 DIN A4-Seiten zu der
„Einschätzung“, dass etwaige Überlegungen zu „Revitalisierung“ der Altbauten sowie „Teilneubau“
nicht weiter geführt werden sollten. Nach „Einschätzung“ der Kostenprüfer wird daher die
Weiterführung des Projekts „Neubau“ empfohlen.
Nach dieser „Einschätzung“ Protzmanns würden anhand einer Variante „Teilneubau“ und
„Neubau“ Kosten in gleicher Höhe verursachen. Im Fall des „Teilneubaus“ lägen die „Risiken“
aber höher als im „Neubau“.
Vorgabeneinhaltung
Die Kostenüberprüfung mit dem Ergebnis der deutlichen Kostenreduzierung ist auch der frühen Vorgabe des Bürgermeisters zu verdanken, den Flächenbedarf bereits 2010 auf rund 16.000 (qm) festzulegen. Der siegreiche Architektenentwurf hatte den Flächenbedarf um rund 2.000 qm überschritten. Das wird nicht als gravierender Fehler betrachtet, da nach jedem Wettbewerb am Entwurf des Siegers bis zur Baureife streng gefeilt wird.
Darüber hinaus ergeben sich nach Kostenprüfung mehrere Einsparpotentiale. U. a. bei der
„Bürotiefe“ etwa, die in dem Rathausprojekt geringfügig reduziert werden kann, dann bei der
Optimierung der Flächen und Funktionen der Stadtbibliothek und natürlich bei der Anpassung
an den Gesamtflächenbedarf. Auch im Bereich Stellplätze kann an den Stellplatzbedarf von 125
plus 25 eine Anpassung erfolgen.
Protzmann am Ende seiner Vorstellung Kostenüberprüfung: „Die Qualität der Bauwerke
wird darunter nicht leiden.“
Speckhardt: Neubau
Der Bürgermeister zeigte sich befriedigt darüber, mit seiner frühen Vorgabe auf „Deckelung“
75 Millionen Euro bereits früh einen gewissen Teil des Einsparpotentials erkannt und es realistisch
dargestellt zu haben. Nach der strengen Kostenüberprüfung durch das unabhängige Expertenteam
(Protzmann war einst hauptamtlicher Stadtrat in Frankfurt/Main) lassen sich die Neubaukosten jetzt noch spürbar weiter senken.
Speckhardt am Ende der Vorstellung in seinen Ausführungen: „Daher ist der Neubau die einzige
Variante, die ich guten Gewissens gegenüber den Eschbornerinnen und Eschbornern vertreten
kann.“ Daher bittet der Rathauschef die Bürger Eschborns, „sich beim Bürgerentscheid für den
Neubau auszusprechen“. Wm
Quelle: Eschborner Stadtspiegel vom 02.02.2012